Nun denn ...

... i guess, this is it.

Mein  zweiter Anlauf. Mein zweiter Blog.

Es bedarf vieler Jahre aber wenig Zeit, die ich mit mir selbst verbrachte, um zu erkennen dass sich vieles, aber wiederrum doch so wenig verändert hat. 8 Jahre habe ich gesagt. Damals mit 16, heute mit 24; es ist alles immernoch so wie gehabt. Es kommt der Winter, die Dunkelheit und wir verstecken uns für diese kalte, nasse Zeit in unseren Häusern, Wohnungen, Hütten.

Es können mir noch so viele Filme, Serien, Dokumentationen oder Spiele in die Hände kommen, es ändert sich dadurch doch nichts. Diese Dinge sind für mich wie eine Sucht, Zigaretten, Alkohol, Tabletten - sie helfen mir nicht.  Sie helfen mir nur zu verdrängen und zeitweise meine Gedanken zu vergessen, aber nicht für immer. Irgendwann kommt die ganze Scheiße der Kindheit doch wieder hoch und sie wird sich nicht zurückhalten, wird keine Rücksicht auf meinen derzeitigen Gefühlszustand nehmen. Sie wird mich erbarmungslos fassen, zur Rede stellen und sagen "ich habe dich doch noch eingeholt, Verstecken ist zwecklos".

Eine wunderbare Nacht ist die heutige. Es ist kalt, nass, dunkel, es ist windig. Sehr windig. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit, für diesen Herbstanfang. Lena, Jana, ... Linda ... Das sind nur Namen. Keine Liebe. Die letzten Tage, Monate, wenn nicht Jahre ... ich war einfach so leblos und tot ... So motivationslos, dass sie mir gerade noch verhalf zu funktionieren, aber nicht zu leben ... Nur zu funktionieren, zu arbeiten, verdrängen ... Es ist jetzt 2:42 Uhr, gestern um diese Uhrzeit hab ich die letzten Kilometer meiner Irrsinnsfahrt durch die Nacht, ohne Ziel und ohne Sinn, zurückgelegt. Danach hab ich mir eine große Dose Red Bull reingezogen und bin doch eingepennt, obwohl ich arbeiten wollte - weil ich sonst nichts in meinem Leben habe. Alles andere ist nur eine tief vergrabene Erinnerung die heute nach langer Zeit wieder hoch kam. Doch nichts in meinem derzeitigen Leben lässt mich aufhorchen, Freude erleben, Spaß hab... - es ist einfach nur eine Vegetation aus Arbeiten, Ablenkung und schlechtem Schlaf. Sehr schlechtem Schlaf sogar. Meine Freizeitgestaltung besteht aus einem Raum, meiner Selbst, einem Wochenende und jede menger Ablenkung. Solange, bis endlich mal etwas passiert, etwas von außen auf dieses System prallt, es rüttelt, durcheinander bringt - Chaos.

Es ist wie ein Teufelskreis keine Entspannung und Ruhe verspüren zu können. Rastlos. Der unbewußte Drang etwas zu Erreichen, zu machen, keine Zeit zu vertrödeln in diesem zu kurzem Leben - also mache ich etwas, einfach irgendetwas, anstatt einfach kurz zu Rasten und nachzudenken.

Bin ich jetzt endlich erwacht? Bin ich der Neo meines eigenen Lebens? Ist mein Gehirn endlich aus dem langen Winterschlaf erwacht?

Diese ganzen Gedanken, Situationen, Menschen - es kommt so vieles wieder hoch. Jan-Christoph, wie er sein Fahrrad abschließt, damals noch vor dem Schwimmbad. Als wir noch zusammen trainiert haben. So lange ist es her. Und irgendwann war er weg. Nie konnte ich wirklich ein Vertrauensverhältnis zu anderen Menschen aufbauen. Dieser Geruch der Jahreszeit im Herbst und Winter, nach dem Training, der kalte Wind der durch die halbnassen Haare fegt, diese gute, frische, saubere Luft, dieses Gefühl, an einem Freitag Abend mit jungen Jahren gegen 21:30 Uhr von seinen Eltern nach Hause gefahren zu werden, etwas vollbracht zu haben, das ganze Wochenende noch vor sich ... und dann der Rückzug ins Kinderzimmer, zu dem Computer, in eine virtuelle Welt, um nicht Spüren zu müssen. Dieser Liebesdefizit, dieser Mangel an sozialem und emotionalem Gefühlsaustausch in der Familie.

Die ersten Gehversuche dazu mit Lena. Ich bin sowas von auf die Nase gefallen. Habe gedacht, ich schaffe es endlich aus meinem eigenem Gefängnis auszubrechen, doch es war nur ein kurzer, kleiner Schritt in Richtung Freiheit, ein Hauch, ein Windstoß, ein kurzes Augenschließen um das Gefühl aufrechtzuerhalten, bis ich für so viele Jahre wieder zurückgestoßen und eingesperrt wurde. Dann das kurze Intermezzo mit Jana. Schon wieder liegt es soweit zurück, über ein Jahr. So wenig Kommunikation seitdem her. Man könnte es auf eine DIN A4 Seite drucken und es wäre immernoch Platz vorhanden.

Ich kann eine nächste Stufe meiner Depression nicht gebrauchen. Ich habe keine Zeit dazu, keine Lust, nochmal so eine große Scheiße durchzustehen, wo jeder zweite Gedanke über Leben und Tod kreist, wie ein großes, an einem seidenem Faden hängendes, Pendel, welches mit jedem Schwung, den Faden immer weiter in seine einzelnen Faser auflösen lässt.

 

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Genau jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, vor dem ich so sehr hab versucht zu entkommen. Die Frage, was ich eigentlich gerade hier mache. Wieso das alles. Und wofür überhaupt. Eine innere Stimme, die mir versucht zu sagen, dass Aufgeben so schön sein kann, eine Befreiung, eine Last, die von deinen Schultern genommen wird und dir nie wieder aufgebührt wird. "Sage einfach nur ja und lass mich deine gute Fee sein."

Dieses Motivationsloch ist so verdammt groß. Es fängt schon bei Kleinigkeiten an, lässt mich nicht rasten, verzweifeln. Sinnlose Wörter die über die Tastatur huschen bilden einen inhaltslosen Satz. Eine Nachricht, ein Blogeintrag, ungelesen ins Nirvana landend. Und was macht Jane? Sie schreibt mir auch nicht mehr. 03:12 Uhr. Und keinen Dudtz schlauer aus zuvor. Aber dennoch ein gutes Gefühl in meiner Bauchgegend, welches mich hoffentlich bis ins Bett begleiten wird.

4.10.09 03:16

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


A. / Website (4.10.09 03:34)
Ich weiss,ich weiss, es ist bescheuert, aber es ist so wahr, und ich weiss das es dir nichts bringt, aber nichts von dem was ich dir jetz schreibt bringt dir was, also:
"Man muss noch etwas Chaos in sich haben um einen tanzenden stern gebären zu können"

Ich kenn dich nicht, aber ich denk an dich.
Vielleicht ist das mehr hilfe als jedes dumme,dumpfe,sinnlose wort.

lg

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